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Neues aus Altem: ein Nachmittagskleid 1927

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Hier eine Anleitung zur Herstellung eines neuartigen Nachmittagskleides aus dem Jahre 1927. Also falls jemand zufällig noch ein gänzlich unmodern gewordenes Kleid so um 1924 im Schrank übrig hat, dem steht bei diesem Projekt nichts im Wege… Aber natürlich könnte man es auch einfach mit einem neuen Stoff fertigen (genaue Angaben siehe unten). Unten füge ich noch ein vergrößertes Bild des Schnittmusters hinzu

neuesausaltem nachmittagskleid 1927  flappersparadise2

„Bei Durchsicht der Garderobe für die Sommerreise findet sich wohl in manchem Kleiderschrank unter anderem auch ein altes Kleid mit breit übereinandertretendem Wickelrock und Kurzer Taille. Dieser Kürze wegen war es meist schwierig, das Kleid in Hübscher Weise zu modernisieren. Wir zeigen deshalb unseren Leserinnen, wie man aus dem Rock des Kleides ein hübsches Nachmittagskleid machen kann. Voraussetzung hierzu ist allerdings, dass alte Rock aus zwei Stoffbreiten bestand. Die Taille des alten Kleides kann zum Besatz des neuen verwendet werden, wenn man es nicht vorzieht, abstechenden Besatzstoff zu verarbeiten. Am besten geeignet zur Anfertigung unserer Vorlage ist Seiden- oder leichter Baumwollcrepp, wie er vor einigen Jahren für einfache Nachmittags- oder Abendkleider viel verwendet wurde. Unser hübsches Modell bestand im Original aus dunkelblauem Crêpe de Chine und war mit mittelblauen Crêpe Georgette garniert. Mittelblaues Lacetband, das man auch durch Kunstseide ersetzen kann, diente als Stickmaterial für die wirkungsvolle, aber leicht auszuführende Stickerei. Abb.1 zeigt den ausgebreiteten alten Wickelrock. Man hat zunächst die Verbindungsnaht der beiden Stoffbreiten aufzutrennen und die Stoffbahnen durch französische Naht so zusammenzufügen, dass die Webkanten außen liegen, der Stoff also den richtigen Fadenlauf hat. Nach  Abb.2  schneidet man sodann neu zu und setzt die an der vorderen Länge fehlenden teile den Zeichen entsprechend an. Dann führt man die schräge Schulternaht aus. Die das Kleid vorn erweiternden Stoffbahnen hat man mehrfach auf 9 cm Breite einzuschneiden und dann dem Vorderteil einzunähnen. Hierauf werden die Seitennähte geschlossen, wobei man jedoch im oberen Teil, von der Schulternaht aus, auf jeder Seite 18cm für die Armausschnitte offen lässt. Diesen fügt man etwa 4 cm breite, doppelte, gerade geschnittene Blenden aus Besatzstoff an. Auch den vorn spitzen Halsauschnitt begrenzt man mit einer doppelten, jedoch schräg geschnittenen Blende, der man 40 bzw. 90 cm lange Enden für die Schleife ansetzt. Die untere Randblende kann man beliebig breit machen. An unserer Vorlage war die Blende 5 cm breit, sie kann aber je nach der Größe der Trägerin und nach der Menge des verfügbaren Stoffes bis zu 30 cm breit sein. Zuletzt bringt man die Stickerei an. Hierfür schneidet man den mit Abb. 3 gegebenen halbmondförmigen Teil aus Pappe zu, legt ihn, wie unten gezeigt, dem unteren Rande des Kleides so auf, dass die Spitzen des Halbmondes noch auf die Blende greifen und zeichnet die Konturen mit Schneiderkreide auf. man hat darauf zu achten, dass je ein Stickereimotiv in die Mitte der vorderen glatten Stoffbahnen kommt, damit die aufsteigende Stickerei symmetrisch darauf aufgezeichnet werden kann. Zwischen den einzelnen Figuren bleibt am unteren Rande ein Zwischenraum von etwa 1 1/2 cm. Nachdem man den unteren Kleidrand bestickt hat – eine Arbeitsprobe ist mit Abb. 3 a gegeben – , bringt man auf den vorderen, glatten Kleidteilen die Stickerei an, so dass die dort erforderlichen Naht wenig sichtbar wird. Hier werden die Halbmondmotive von unten aufsteigend so ausgeführt, dass die unteren Spitzen des Halbmondes auf die höchste Stelle des darunter befindlichen Motivs treffen. Zuletzt klopft man mit einer weichen Bürste die Kreide aus der Stickerei und bügelt diese von links über einer weichen Unterlage. Arbeitet man das Kleid aus neuem Stoff, so benötigt man etwa 2,50 m 100cm breit, wenn die untere Randblende 5 cm breit gearbeitet werden wird.“

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