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Der neue Winterhut aus Stumpen! 1931

„……. Und heute kann jede Frau, ob alt , ob jung mit einem Hut aus einer Stumpe gut aussehen, den sie selbst ohne viel Mühe, nur mit etwas Geschick zurechtmacht. Es kommt lediglich auf etwas Mut an, denn die Filzstumpe muss mit der Schere bearbeitet werden. Stecknadeln und Heftstiche tun das übrige. Ist nun für wenig Geld so eine formlose Stumpe erstanden, hat man sich darüber klar zu sein, will man einen Hut mit Rand oder eine das Gesicht fest umrahmende Kappe haben? Bei dem ersten tritt gleich die Schere in Tätigkeit , die den Rand vom Kopf schneiden muss. Meistens sind nun die Köpfe reichlich weit, so dass man ganz willkürlich ein paar Biesen abnäht, die gleichzeitig einen hübschen Schmuck bilden, da dass jede andere Garnitur überflüssig wird. Ist dies geschehen, wird der Rand angesteckt, der entweder durch herausschneiden eines Stückes, durch Übereinanderlegen der durchschnittenen offenen Ränder oder durch Legen kleiner Fältchen in seiner Weite vermindert wird. Nun liegt er ganz im Ermessen der Trägerin, den Rand zu biegen, sei er nun aufzuschlagen oder abwärts zu richten; eine Drahreinlage darf hier nachhelfen. Jede Frau hat schon im Gefühl, was ihr steht oder nicht. Ein schmales Gesicht sieht meistens gut mit einem seitlich aufgeschlagenem Rand aus, vorausgesetzt, dass die Nase auch eine gute Form hat. Wer eine kurze, dicke Nase und ein rundes Gesicht hat, beschattet lieber das Gesicht mit einem Hutrand. Sehr viel trägt zum Gutaussehen auch die Haarpracht bei. Werden die Haare unter dem Hut gezeigt, so geben sie dem Anlitz immer etwas weiches. Ganz junge Gesichter können sich aber die Tracht der Randlosen Hüte leisten. Hier muss die Frau die Schere schon etwas vorsichtiger handhaben, indem sie den Rand nicht unter dem Kopf abschneidet, sondern zunächst noch ein gutes Stück daranlässt. Sehr reizvoll ist z. B. wenn das Engermachen des Kopfes durch seitliche Einschnitte gemacht wird, so dass die so entstandenen Kopfteile, die oben aber noch zusammenhängen müssen, schuppenförmig übereinander gelegt werden und unten vielleicht bogig abschließen. Betont man diese Schnittränder durch Einrollen mit schmalen Seitenblenden und gibt dem Hut noch eine Ziernadel, so ist die Besitzerin bestimmt glücklich über ihr Machwerk. Ebenso lassen sich durch Legen und Bügeln von Falten interessant aussehende kleine Hüte herstellen. Jedoch muss erst vor dem Spiegel genügend probiert und geformt werden, damit ein flottes Aussehen erzielt wird. Einen etwa nötigen Einschnitt darf man dabei nicht scheuen. Sitzt er hernach wirklich nicht am Fleck, findet sich immer ein Ausputz, und sei es ein kleidsamer Reiherbüschel, der ihn verdeckt. Mit band oder schmaler Seidenlitze kann man auch viel Abwechslung in die Hausputzmacherei bringen. Unsere hübschen Fotos seien unseren Leserinnen ein Ansporn zum eigenen Schaffen! D.L“

Ich will sofort anfangen! Hier noch ein Bild einer Unbekannten mit ähnlichem Hütchen. Etwa gleiche Zeit, um ca. 1930.

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